



Einmal, als ich ein kleines Mädchen war, blickte ich in einen Spiegel.
„Schön“, dachte ich. „Ein gebügeltes Kleidchen, eine Schleife im Haar, meine Puppe in der Hand.“
Ich spielte mit ihr.
Doch plötzlich fragte ich mich:
Weiß die Puppe, dass ich mit ihr spiele?
Nein – natürlich nicht. Sie ist ja nicht lebendig.
Aber… weiß sie, dass sie nicht lebendig ist?
Hm.
Ich bin lebendig – ganz sicher!
Aber was, wenn die Puppe das auch denkt?
Was, wenn jemand mit mir spielt, so wie ich mit ihr – und sich dieselbe Frage stellt?
Ich war etwa vier Jahre alt.
Da ich in einer sowjetischen Republik geboren wurde, war mir der Begriff „Gott“ – jenes Bild, mit dem man einem kleinen Kind viele Dinge erklären kann – nicht vertraut.
Ich musste Antworten auf meine Fragen selbst suchen. Und Fragen hatte ich viele:
Wer bin ich?
Warum bin ich hier?
Wo ist dieses „Hier“ überhaupt?
Warum ist mein Verweilen begrenzt?
Gibt es höhere Ziele in meinem Leben?
Und was geschieht, wenn ich plötzlich sterbe?
Ich habe Antworten gesucht – in den Religionen ebenso wie in der Wissenschaft.
Und ich habe sie gefunden.
Was ich gefunden habe, zeige ich in meinen Bildern.
Nach heutiger Erkenntnis der Physik besteht unsere Welt nur zu etwa 5–10 % aus sichtbarer Materie – aus Atomen.
Der weitaus größere Teil ist dunkle Materie.
Was genau dunkle Materie ist, gehört zu den großen Rätseln der modernen Wissenschaft.
Dunkle Materie lässt sich nicht direkt sehen oder messen.
Wir erkennen sie nur, wenn sie mit der sichtbaren Welt in Wechselwirkung tritt – etwa durch ihre gravitative Wirkung.
Das ist vergleichbar mit einem durchsichtigen Glas: Wir können nicht direkt sehen, ob es leer ist oder mit Wasser gefüllt – aber wenn Licht sich bricht oder das Glas bewegt wird, erkennen wir, dass etwas darin ist.
In meinen Bildern zeige ich das, was zunächst nicht da zu sein scheint – und doch, nach längerer Betrachtung, sichtbar wird.
Und wenn du weiter beobachtest, erscheint noch etwas.
Und noch etwas.
Nimm dir eine Pause.
Betrachte meine Bilder.
Dann noch einmal.
Und wieder.
Höre auf dein Inneres, auf dein Gefühl.
Lass dich ein auf den Pfad der Empfindungen.
Lass dich fallen – nur für einen kleinen Moment.
Ich teile gern.
Scheidegg, 2025
Helena Sobek
Ausbildung:
2024 Hochschule Wismar, Deutschland (Architektur und Umwelt). magna cum laude
2005 Staatliche Akademie der Führungskader der Kultur und der Künste, Kiew Ukraine. summa cum laude
1996 Staatliche Universität Zaporizhzhia, Ukraine
1987 Künstlerschule. Kamjanka-Dniprowska. Ukraine. summa cum laude
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